
In einer Entwicklung, die Wellen durch den Bereich der künstlichen Intelligenz (artificial intelligence, AI) geschlagen hat, ist Nvidias ambitionierter Plan, bis zu 100 Milliarden Dollar in OpenAI zu investieren, Berichten zufolge ins Stocken geraten. Die massive Kapitalzufuhr, ursprünglich als transformatives Partnerschaftsvorhaben zum Aufbau der weltweit fortschrittlichsten KI‑Infrastruktur dargestellt, wird angesichts interner Skepsis beim Chip‑Hersteller nun überdacht.
Quellen, die den Verhandlungen nahe stehen, geben an, dass die Zögerlichkeit direkt von der Unternehmensspitze ausgeht. Nvidia‑CEO Jensen Huang soll das Geschäft aufgeschoben haben und erhebliche Vorbehalte gegenüber der Struktur der Investition und der langfristigen Tragfähigkeit der vorgeschlagenen Bedingungen geäußert haben. Das ursprüngliche Memorandum of Understanding (MOU), Ende 2025 verfasst, zielte darauf ab, einen 10‑Gigawatt‑Rechencluster zu finanzieren — ein Projekt von beispiellosem Umfang, das OpenAIs Dominanz auf dem Weg zur Allgemeinen Künstlichen Intelligenz (Artificial General Intelligence, AGI) sichern sollte.
Die Diskussionen haben sich jedoch mittlerweile von diesem einzelnen, kolossalen Infrastrukturprojekt wegbewegt. Anstelle der direkten 100‑Milliarden‑Dollar‑Zusage, die vorwiegend die Hardware‑Leasingkosten und den Bau von Rechenzentren finanziert hätte, tendieren die Unternehmen zu einer traditionelleren, wenn auch kleineren finanziellen Vereinbarung.
Hinter dieser plötzlichen Verzögerung steht offenbar die wachsende Besorgnis von Jensen Huang über OpenAIs operative Strategie. Laut Berichten, die diese Woche auftauchten, hat Huang privat kritisiert, was er als „Mangel an geschäftlicher Disziplin“ innerhalb der von Sam Altman geführten Organisation wahrnimmt.
Während Nvidia öffentlich eine unterstützende Haltung beibehalten und OpenAI als „bevorzugten Partner“ bezeichnet hat, deuten interne Dialoge auf einen anderen Ton hin. Huang betonte gegenüber Branchenbekannten, dass die anfängliche Summe von 100 Milliarden Dollar stets unverbindlich gewesen sei. Sein Zögern beleuchtet eine kritische Spannung im Markt für KI‑Hardware: Zwar ist OpenAI ein Kunde der Spitzenklasse, doch eine Zusage über 100 Milliarden Dollar an einen einzelnen Kunden setzt Nvidia einem enormen Risiko aus — insbesondere wenn der Weg dieses Kunden zur Profitabilität unklar bleibt.
Wichtige Bedenken, die von Nvidia‑Führungskräften genannt werden, umfassen:
Während das Mega‑Deal abkühlt, zeichnet sich ein neuer Rahmen ab. Die Verhandlungen verlagern sich Berichten zufolge hin zu einer direkten Eigenkapitalbeteiligung (equity). Unter dieser überarbeiteten Struktur würde Nvidia an der aktuellen Finanzierungsrunde von OpenAI teilnehmen und möglicherweise mehrere zehn Milliarden Dollar beitragen, statt des medienwirksamen 100‑Milliarden‑Dollar‑Infrastrukturpakets.
Diese Verschiebung stellt eine strategische Neuabwägung dar. Durch den Wechsel zu einem Eigenkapitalmodell (equity) stimmt Nvidia seine finanziellen Interessen mit dem Bewertungswachstum von OpenAI ab, ohne die direkte Haftung dafür zu tragen, Hardware im Wert von 100 Milliarden Dollar speziell für einen Nutzer zu besitzen und zu verleasen. Dies entspricht Nvidias größerer Geschichte, strategische Beteiligungen an vielversprechenden KI‑Unternehmen einzugehen, um ein Ökosystem für seine CUDA‑Software und H‑series‑Chips zu sichern.
Die folgende Tabelle zeigt die krassen Unterschiede zwischen der ursprünglichen Vision und dem aktuellen Vorschlag auf dem Verhandlungstisch:
Table: Evolution of the Nvidia-OpenAI Deal
| Feature | Original Infrastructure Plan | Revised Equity Proposal |
|---|---|---|
| Total Value | Up to $100 Billion | Tens of Billions (Estimated) |
| Primary Focus | Infrastructure Leasing & 10GW Cluster | Direct Equity Stake (Ownership) |
| Risk Profile | High (Asset-heavy, single-client exposure) | Moderate (Market valuation risk) |
| Binding Status | Non-binding MOU | Formal Investment Agreement |
| Strategic Goal | Build massive proprietary compute capacity | Secure partnership & share price upside |
Nvidias Zögern wird auch durch die sich entwickelnde Wettbewerbslandschaft befeuert. In privaten Gesprächen soll Huang auf die rasanten Fortschritte von Rivalen wie Google und Anthropic hingewiesen haben. Die Sorge ist, dass OpenAI zwar einen First‑Mover‑Vorteil behält, aber nicht mehr die unangefochtene Hegemonie im Bereich der großen Sprachmodelle (Large Language Models, LLM) innehat.
Googles Gemini‑Modelle und Anthropics Claude‑Reihe haben bemerkenswerte Leistungseffizienz gezeigt und stellen die Auffassung in Frage, dass massive Skalierung — etwa der vorgeschlagene 10‑GW‑Cluster — der einzige Weg zu überlegener KI sei. Außerdem unterstützen große Cloud‑Anbieter wie Amazon aggressiv Wettbewerber; Amazon verhandelt derzeit offenbar über eine Investition von bis zu 50 Milliarden Dollar in OpenAI, ist aber gleichzeitig stark in Anthropic engagiert, was ein komplexes Bündnissystem schafft, durch das sich Nvidia vorsichtig manövrieren muss.
Indem Nvidia die exklusive 100‑Milliarden‑Dollar‑Zusage zurückfährt, behält das Unternehmen die Flexibilität, den gesamten Markt zu beliefern — einschließlich OpenAIs Konkurrenten — ohne finanziell an den Erfolg eines einzelnen Akteurs gebunden zu sein.
Das Stocken dieses Deals signalisiert einen Reifepunkt im KI‑Hypezyklus. Es deutet darauf hin, dass selbst die größten Gewinner der Branche beginnen, die Ökonomie der „Scaling‑Gesetze“ strenger zu hinterfragen.
Für OpenAI bedeutet der Wegfall eines garantierten 100‑Milliarden‑Dollar‑Infrastrukturfonds höheren Druck auf ihren bevorstehenden Börsengang (Börsengang, IPO) und alternative Finanzierungsbemühungen. Während sie vermutlich weiterhin große Mittel von Nvidia sichern dürften, könnte die Verringerung des Umfangs eine Neuausrichtung ihres Zeitplans für das Training von Modellen der nächsten Generation wie GPT‑6 oder den gemunkelten „Q*“-Projekten erzwingen.
Für Nvidia stärkt dieser Schritt Jensen Huangs Ruf für umsichtiges unternehmerisches Handeln. Trotz eines enormen Cash‑Bestands spiegelt die Entscheidung zum Rückzug einen disziplinierten Ansatz bei Kapitalausgaben wider. Sie stellt sicher, dass Nvidia weiterhin der „Ausrüster“ der gesamten Branche bleibt und nicht der alleinige Finanzier einer einzelnen Armee.
Während die Verhandlungen andauern, beobachtet die Branche gespannt. Ob das endgültige Abkommen nun bei 20 Milliarden oder 50 Milliarden Dollar landet — die Änderung der Struktur bestätigt, dass die Ära der Blankoschecks für die KI‑Entwicklung möglicherweise zu Ende geht und einer neuen Phase strategischer, genauer geprüfter Investitionen weicht.
Market Implications Summary
Creati.ai wird die Geschichte weiterhin beobachten, während die offiziellen Bedingungen der überarbeiteten Partnerschaft finalisiert werden.