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Amazon bestätigt 16,000 Entlassungen nach versehentlichem Leak von "Project Dawn"

Amazon hat offiziell die Streichung von etwa 16,000 Unternehmensstellen bestätigt, ein entschlossener Schritt zur Straffung der Abläufe und zur Hinwendung zu auf künstliche Intelligenz (artificial intelligence) ausgerichteter Effizienz. Die Ankündigung, die die Tech-Branche am Mittwoch erschütterte, wurde durch einen chaotischen internen Kommunikationsfehler vorweggenommen, der die Existenz einer Umstrukturierungsinitiative mit dem Codenamen "Project Dawn." offenbarte.

Dies ist die zweite größere Welle von Personalabbau beim E‑Commerce- und Cloud-Computing-Giganten innerhalb von weniger als sechs Monaten und bringt die Gesamtzahl der seit Oktober 2025 abgebauten Stellen auf rund 30,000. Während das Unternehmen das "Reduzieren von Ebenen" und "Abbau von Bürokratie" als Hauptgründe anführt, signalisiert die Einbindung von Schlüsselpersonen aus dem KI-Bereich und die konkrete Natur der Kürzungen eine tiefgreifende Verschiebung in Amazons operativer Philosophie — eine, die stark auf Automatisierung und algorithmisches Management setzt.

Der Leak von "Project Dawn": Ein Vorspiel zur Umstrukturierung

Die Nachricht wurde am Dienstag vorzeitig bekannt, verursacht durch einen internen Schreibfehler, der seitdem Gegenstand intensiver Branchenprüfung ist. Colleen Aubrey, Senior Vice President of Applied AI Solutions bei Amazon Web Services (AWS), löste die Panik unbeabsichtigt aus, als eine Entwurfsemail zu den Entlassungen an eine Kalendereinladung angehängt und an einen großen Mitarbeiterkreis geschickt wurde.

Die Kalendereinladung mit dem bedrohlichen Titel "Send project Dawn email," enthielt eine Entwurfsmitteilung, die am folgenden Morgen veröffentlicht werden sollte. Die E‑Mail erklärte fälschlicherweise, dass betroffene Mitarbeitende in den Vereinigten Staaten, Kanada und Costa Rica bereits über ihre Kündigung informiert worden seien. Obwohl die Nachricht schnell als "abgesagt" markiert wurde, war der Schaden bereits angerichtet. Der Leak bestätigte nicht nur das Ausmaß der bevorstehenden Kürzungen, sondern legte auch den internen Codenamen "Project Dawn" offen, ein Beiname, der laut Analysten eine neue Ära der AI‑first-Unternehmensführung bei Amazon repräsentiert.

Strategische Neuausrichtung: Der KI-Faktor

Während wirtschaftliche Gegenwinde oft für Tech-Entlassungen verantwortlich gemacht werden, scheint diese Umstrukturierung untrennbar mit Amazons aggressiver KI‑Integrationsstrategie verbunden zu sein. Dass die versehentliche Mitteilung aus dem Büro der SVP von Applied AI Solutions stammte, entgeht Branchenbeobachtern nicht.

In ihrem offiziellen Blogbeitrag zur Bestätigung der Kürzungen betonte Beth Galetti, Senior Vice President of People Experience and Technology, die Notwendigkeit, "das Unternehmen durch Reduzierung von Ebenen, Steigerung von Ownership und Abbau von Bürokratie zu stärken." Interne Quellen und der Kontext von "Project Dawn" legen jedoch nahe, dass "Abbau von Bürokratie" ein Euphemismus dafür ist, Mittelmanagementfunktionen durch automatisierte Systeme zu ersetzen.

Haupttreiber der Umstrukturierung:

  • Automatisierung der Aufsicht: Einsatz von KI zur Steuerung von Workflows und Leistungskennzahlen, wodurch der Bedarf an menschlichen Führungskräften reduziert wird.
  • AWS‑Optimierung: Umverteilung von Ressourcen von Legacy‑Cloud‑Support hin zur generativen KI (Generative AI)-Infrastruktur.
  • Operative Schlankheit: Abflachung der Organisationsstruktur zur Beschleunigung von Entscheidungsprozessen, ein Kernprinzip der Führung von CEO Andy Jassy.

Eine Chronologie der Turbulenzen

Diese jüngste Ankündigung ist Teil eines breiteren Musters der Schrumpfung innerhalb von Amazons Konzernspitze und steht im starken Kontrast zu seiner pandemiebedingten Expansion. Die folgende Tabelle skizziert die Abfolge der jüngsten Stellenkürzungen und die Ereignisse, die zur aktuellen Umstrukturierung führten.

Tabelle: Zeitachse der jüngsten Stellenkürzungen

Date Event Details
October 2025 First Wave of Layoffs 14,000 corporate roles eliminated, primarily in retail and devices.
December 2025 AWS re:Invent Conference Amazon aggressively promotes new generative KI (Generative AI) models, hinting at operational shifts.
Jan 27, 2026 The "Project Dawn" Leak SVP Colleen Aubrey accidentally releases draft layoff notification via calendar invite.
Jan 28, 2026 Official Confirmation Amazon confirms 16,000 additional cuts across AWS, Prime Video, and HR.
Jan 29, 2026 Market Reaction Stock rises slightly as investors favor the cost-reduction strategy.

Auswirkungen auf Amazon Web Services (AWS) und darüber hinaus

Im Gegensatz zu früheren Kürzungen, die stark auf die Bereiche Retail und Devices (wie Alexa) abzielten, trifft "Project Dawn" das Herz von Amazons Profitmaschine: Amazon Web Services. Die Entlassungen richten sich gegen "applied AI"-Teams und Vertriebsrollen, die zunehmend durch automatisierte Customer‑Relationship‑Management‑Tools ergänzt oder ersetzt werden.

Die Umstrukturierung betrifft auch die People Experience and Technology (PXT)-Organisation — Amazons Personalabteilung (HR). Dies steht im Einklang mit einem breiteren Trend im Technologiesektor, bei dem KI‑Agenten eingesetzt werden, um Onboarding, Leistungs- und Sozialleistungsverwaltung sowie interne Anfragen zu übernehmen — Aufgaben, die zuvor ein umfangreiches Team von HR‑Fachkräften erforderten. Durch die Reduzierung der PXT‑Belegschaft setzt Amazon effektiv auf die eigene Technologie, um seine riesige Belegschaft zu verwalten.

Die menschlichen Kosten und unternehmerische Unterstützung

In ihrem Memo räumte Beth Galetti die Schwierigkeit der Entscheidung ein und erklärte: "Changes like this are hard on everyone." Amazon hat ein Unterstützungs paket für die 16,000 betroffenen Mitarbeitenden skizziert:

  1. Interne Mobilität: Ein 90‑Tage‑Fenster für in den USA ansässige Mitarbeitende, um alternative Rollen innerhalb des Unternehmens zu finden.
  2. Abfindungsleistungen: Abfindungszahlungen und Fortführung der Krankenversicherung für diejenigen, die keine neue Position finden.
  3. Outplacement‑Services: Karriereberatung und Rekrutierungsunterstützung, um beim Übergang zu neuen Arbeitgebern zu helfen.

Trotz dieser Maßnahmen ist die Moral niedrig. Die "versehentliche" Art der Ankündigung — über eine Kalendereinladung — hat Kritik an den internen Kontrollen des Unternehmens und an der Empathie gegenüber seiner Belegschaft ausgelöst.

Branchenimplikationen: Die "Agentische" Ära

Amazons Schritt ist wahrscheinlich ein Vorbote für den Rest der Technologiebranche im Jahr 2026. Da agentische KI (Agentic AI) — autonome KI‑Systeme, die in der Lage sind, komplexe Workflows auszuführen — immer praktikabler wird, überdenken große Unternehmen ihren Personalbedarf.

Die Initiative "Project Dawn" legt nahe, dass Amazon über einfache Kostensenkungsmaßnahmen hinausgeht und aktiv seine unternehmerische DNA neu gestaltet. Die Reduzierung von 30,000 Unternehmensstellen in sechs Monaten zeigt, dass das Unternehmen glaubt, mit einer deutlich schlankeren, KI‑unterstützten Belegschaft Innovation aufrechterhalten oder sogar beschleunigen zu können. Für die breitere Branche ist dies eine deutliche Warnung: Die Effizienzgewinne, die KI verspricht, zeigen sich zunehmend in der Bilanz — oft auf Kosten traditioneller Beschäftigungsstrukturen.

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