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Waabi sichert 1 Milliarde US-Dollar in historischer Finanzierungsrunde zur Einführung einer Robotaxi-Flotte mit Uber

In einem wegweisenden Moment für die Branche der autonomen Fahrzeuge (autonomous vehicle, AV) hat das kanadische Startup Waabi einen massiven Finanzierungsmeilenstein von 1 Milliarde US-Dollar angekündigt, womit das Unternehmen seine aggressive Expansion vom Güterverkehr mit Lastwagen in den Ride‑Hailing‑Konsumgütermarkt markiert. Der Deal, bestätigt am 28. Januar 2026, kombiniert eine Series‑C‑Eigenkapitalrunde über 750 Millionen US-Dollar mit einer strategischen Kapitalzusage von 250 Millionen US-Dollar von Uber. Diese Partnerschaft führt Waabi‑CEO Raquel Urtasun mit ihrer früheren Arbeitgeberin wieder zusammen und ebnet den Weg für den Einsatz von über 25.000 KI (AI)-gesteuerten Robotaxis (robotaxis) auf der Uber‑Plattform.

Die Ankündigung stellt die größte Venture‑Capital‑Finanzierung in der Geschichte der kanadischen Technologiebranche dar und bestätigt Waabis „KI‑first (AI‑first)“-Ansatz für Autonomie. Während Wettbewerber fast ein Jahrzehnt damit verbracht haben, physische Meilen zu sammeln, um ihre Systeme zu trainieren, hat Waabi fortschrittliche generative KI (Generative AI)-Simulatoren genutzt, um die Entwicklung zu beschleunigen — eine Strategie, die nun einige der mächtigsten Investoren der Welt angezogen hat.

Die Finanzarchitektur: Aufschlüsselung der 1 Milliarde

Der Zufluss von 1 Milliarde US-Dollar ist so strukturiert, dass sowohl die sofortige technologische Skalierung als auch die langfristige kommerzielle Einführung finanziert werden. Die Finanzierung ist in zwei getrennte Tranchen aufgeteilt und betont sowohl das Vertrauen der Investoren als auch die strategische kommerzielle Ausrichtung.

Die Series‑C‑Runde über 750 Millionen US-Dollar wurde gemeinsam von Khosla Ventures und G2 Venture Partners angeführt und signalisiert starke Unterstützung aus dem Deep‑Tech‑ und Nachhaltigkeits‑Fondsumfeld. An der Runde beteiligte sich eine vielfältige Koalition globaler Unterstützer, darunter:

  • Strategische Tech‑ und Auto‑Investoren: NVIDIA (über seine NVentures‑Sparte), Volvo Group Venture Capital und Porsche Automobil Holding SE.
  • Institutionelle Giganten: BlackRock, Canadas BDC Capital (Thrive Venture Fund), Export Development Canada und die Abu Dhabi Investment Authority (ADIA).
  • Wiederkehrende Unterstützer: Radical Ventures und HarbourVest Partners.

Zusätzlich zum Eigenkapital hat Uber 250 Millionen US-Dollar an meilensteinbasiertem Kapital zugesagt. Diese Mittel sind direkt an die operative Einführung von Waabi‑fähigen Fahrzeugen gebunden und setzen Anreize für eine schnelle Kommerzialisierung.

Strategisches Wiedersehen: Uber und Waabi schließen sich zusammen

Die Partnerschaft markiert eine bedeutende strategische Neuausrichtung für Waabi, das zuvor nahezu ausschließlich auf Logistik und „Middle Mile“‑Trucking spezialisiert war. Durch die Zusammenarbeit mit Uber erhält Waabi sofortigen Zugang zum weltweit größten Ride‑Hailing‑Netzwerk und umgeht damit die Notwendigkeit, eine eigene verbraucherorientierte App oder Flottenbetriebsinfrastruktur aufzubauen.

Für Uber stellt der Deal eine fortgesetzte Entwicklung seiner hybriden Autonomie‑Strategie dar. Nach dem Verkauf seiner Advanced Technologies Group (ATG) im Jahr 2020 — einer Abteilung, die einst von Raquel Urtasun geleitet wurde — hat sich Uber darauf verlagert, mit führenden AV‑Entwicklern zu kooperieren, anstatt die Technologie intern aufzubauen.

Wichtige Partnerschaftsdetails:

  • Flottengröße: Verpflichtung zur Einführung von mindestens 25.000 Robotaxis.
  • Plattformexklusivität: Waabis Robotaxis werden exklusiv auf der Uber‑Plattform für Ride‑Hailing‑Dienste eingeführt.
  • Betriebsmodell: Ein „Driver‑as‑a‑Service“-Modell (Driver‑as‑a‑Service), bei dem Waabi den KI‑Fahrer stellt und Uber das Marktplatz‑Dispatch managt.

Der Vorteil von „Waabi World“: Generative KI als Katalysator

Zentral für Waabis schnellen Aufstieg und die hohe Bewertung ist sein proprietärer Technologie‑Stack, der sich grundlegend von den hardwarelastigen Ansätzen früher AV‑Pioniere unterscheidet. Im Kern steht Waabi World, ein Closed‑Loop‑Simulator, der von generativer KI (Generative AI) angetrieben wird.

Im Gegensatz zur traditionellen AV‑Entwicklung, die sich auf Millionen von real gefahrenen Meilen stützt, um seltene „Edge‑Cases“ (wie erratische Fußgänger oder komplexe Wetterbedingungen) zu begegnen, generiert Waabi World diese Szenarien virtuell. Dadurch kann der Waabi Driver — das bordeigene KI‑System des Unternehmens — aus unendlichen Variationen von Fahrsituationen lernen, ohne die Sicherheitsrisiken oder Kosten physischer Tests.

Dieser softwarezentrierte Ansatz ermöglicht es Waabi, seinen Fahr‑Stack mit minimaler Neukonstruktion von Class‑8‑Lastwagen auf Personenfahrzeuge anzupassen. Das KI‑Modell, das als „End‑to‑End“ (end-to-end) und interpretierbar konzipiert ist, verallgemeinert Fahrlogik über verschiedene Fahrzeugplattformen hinweg und macht die Expansion in Robotaxis eher zu einem logischen Software‑Update als zu einem kompletten Neubau.

Physische KI skalieren: Von Lastwagen zu Taxis

Die Expansion in Robotaxis bedeutet keinen Rückzug vom Trucking‑Geschäft. Stattdessen positioniert Waabi seine Technologie als universelle „Physical AI“ (Physical AI), die in der Lage ist, beliebige Fahrzeugtypen zu betreiben. Die Kapitalzufuhr ermöglicht es dem Unternehmen, parallele Einsatzstrecken zu fahren: die Skalierung seiner autonomen Trucking‑Routen in Texas und anderen Frachtkorridoren sowie die gleichzeitige Vorbereitung seiner Personenfahrzeugflotte für den städtischen Einsatz.

Der Schritt erfolgt zu einem Zeitpunkt, an dem sich der Robotaxi‑Markt reift, die regulatorischen Rahmenbedingungen in den USA klarer werden und die öffentliche Akzeptanz langsam wächst. Durch die Nutzung von Ubers bestehender Nutzerdatenbank eliminiert Waabi die Hürde der Kundengewinnung, die eigenständige Robotaxi‑Dienste bisher belastet hat.

Vergleichende Analyse: Waabi vs. traditionelle AV‑Ansätze

Die folgende Tabelle zeigt, wie sich Waabis generative KI‑Strategie vom traditionellen, „mileage‑based“ Entwicklungsmodell früher Branchenakteure unterscheidet.

Comparison of Autonomous Vehicle Development Strategies

Feature Traditional AV Approach (e.g., Waymo, Cruise) Waabi's AI-First Approach
Core Training Data Real-world driving miles and manual labeling Generative AI simulation (Waabi World)
Scalability Linear (requires more cars on the road to learn) Exponential (software-generated scenarios)
Adaptability High re-engineering cost for new cities/vehicles High generalization across locations and platforms
Hardware Reliance Heavy sensor suites (LiDAR/Radar/Camera) Sensor-agnostic software stack
Primary Cost Center Fleet operations and hardware maintenance Compute power and AI model training

Auswirkungen auf die Branche und Ausblick

Waabis Erfolg bei der Sicherung dieser Finanzierungsrunde in einem disziplinierten Venture‑Capital‑Umfeld unterstreicht eine Verschiebung der Anlegerstimmung hin zu kapital‑effizienten KI‑Lösungen. Indem Waabi den KI‑Fahrer von den physischen Flottenoperationen abkoppelt (über die Partnerschaft mit Uber), behält das Unternehmen ein margenstarkes Software‑Geschäftsmodell bei und nutzt gleichzeitig die physische Reichweite des Ride‑Hailing‑Netzwerks.

Im Verlauf des Jahres 2026 wird die Branche die Integration des Waabi Driver in Personenfahrzeuge genau beobachten. Ein Erfolg könnte die „Simulator‑first“‑Hypothese bestätigen und möglicherweise die Milliarden, die Wettbewerber für physische Straßentests ausgegeben haben, obsolet machen. Mit 1 Milliarde US-Dollar frischem Kapital ist Waabi nun wohl der am besten positionierte Herausforderer, um die Hierarchie im autonomen Fahren zu verändern.

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