
Die Landschaft der Governance der künstlichen Intelligenz (artificial intelligence) in den Vereinigten Staaten trat diesen Januar in eine volatile neue Phase, nach Präsident Trumps kontroversem Erlass vom Dezember. Die Richtlinie, ausdrücklich darauf ausgelegt, die Aufsicht über die KI zu zentralisieren und das, was die Administration als "innovationshemmende fragmentierte Compliance" bezeichnet, zu demontieren, hat die Bühne für eine verfassungsrechtliche Auseinandersetzung zwischen dem Weißen Haus und den Landeshauptstädten bereitet.
Für die Branche der künstlichen Intelligenz sind die Auswirkungen unmittelbar und tiefgreifend. Während das Silicon Valley dieses regulatorische Tauziehen navigiert, kollidiert der "America first"-Ansatz zur Vorherrschaft in der KI direkt mit den von Staaten wie Kalifornien und Colorado erlassenen Verbraucherschutzvorgaben. Bei Creati.ai analysieren wir, wie dieser Konflikt die Compliance-Roadmap für Entwickler und Unternehmensanwender gleichermaßen neu gestaltet.
Der Exekutiverlass, der Ende letzten Monats unterzeichnet wurde, formuliert eine klare bundesstaatliche Strategie: Geschwindigkeit, Bereitstellung und globale Wettbewerbsfähigkeit Vorrang vor den Vorsorgeprinzipien zu geben, die von den Landesgesetzgebern häufig bevorzugt werden. Indem er Bundesbehörden anweist, einen "einheitlichen, minimal eingreifenden Rahmen" für die künstliche Intelligenz zu schaffen, beansprucht die Administration effektiv bundesstaatliche Präemption (preemption) — die rechtliche Doktrin, dass Bundesrecht widersprüchlichem Landesrecht vorgeht.
Wesentliche Bestimmungen des Erlasses umfassen wahrscheinlich:
Dieser Schritt wird weithin als direkte Gegenmaßnahme zu Kaliforniens aggressiver Gesetzgebungsagenda interpretiert, die versucht hat, strenge Sicherheitstests für Frontier-Modelle vorzuschreiben.
Die Reaktion der staatlichen Aufsichtsbehörden war schnell und klagefreudig. Generalstaatsanwälte der Bundesstaaten bereiten Berichten zufolge Klagen vor und argumentieren, dass der Exekutiverlass die Exekutivbefugnisse überschreitet, indem er versucht, staatsrechtliche Verbraucherschutzbefugnisse ohne ausdrücklichen Akt des Kongresses aufzuheben.
Kalifornien, Heimat der Mehrheit der weltweit führenden KI-Labore, argumentiert, dass bundesstaatliches Versagen staatliche Interventionen notwendig macht, um katastrophale Risiken zu verhindern. In ähnlicher Weise steht Colorados AI Act, der sich auf algorithmische Diskriminierung bei Einstellungen und Wohnungswesen konzentriert, vor einer ungewissen Zukunft, falls bundesstaatliche Regeln seine Anforderungen an Bias-Audits aufheben.
Vergleich der regulatorischen Ansätze:
| Jurisdiction | Primary Focus | Compliance Mechanism | Enforcement Authority |
|---|---|---|---|
| Federal (Trump EO) | Innovation & Speed | Voluntary Guidelines | Department of Commerce |
| California (State Law) | Safety & Risk Mitigation | Mandatory Pre-testing | State Attorney General |
| Colorado (State Law) | Anti-Discrimination | Impact Assessments | Civil Liability & AG |
| European Union (AI Act) | Fundamental Rights | Risk-Based Tiers | AI Office & National Regulators |
Die Divergenz schafft ein "Compliance-Albtraum", in dem Unternehmen technisch gesehen gegensätzlichen Vorgaben gegenüberstehen: bundesstaatliche Direktiven, die zu einer schnellen Einführung ermutigen, versus staatliche Gesetze, die ungetestete Bereitstellungen bestrafen.
Im Kreuzfeuer gefangen setzen große Technologieunternehmen und Branchenverbände massive Lobbyressourcen ein. Während sie typischerweise gegenüber Regulierung widerständig sind, favorisiert der Technologiesektor zunehmend bundesstaatliche Präemption, um ein "Flickenteppich"-Szenario von 50 unterschiedlichen Regimen zu vermeiden.
Gruppen wie BSA | The Software Alliance haben sich für "Preemption with Precision" ausgesprochen. Ihr Argument besagt, dass ein einziger, klarer nationaler Standard — selbst wenn er strenger als gewünscht ist — einer chaotischen Situation widersprüchlicher staatlicher Regeln vorzuziehen ist.
Warum Technologieriesen bundesweite Präemption bevorzugen:
Die Branche bewegt sich jedoch vorsichtig. Während sie das Ziel des Erlasses nach Einheitlichkeit unterstützt, fürchtet sie die rechtliche Instabilität, die ein Exekutivbefehl verursachen kann, der von der nächsten Administration oder den Gerichten aufgehoben werden könnte.
Der Konflikt hebt das eklatante Fehlen umfassender Gesetzgebung durch den Kongress hervor. Während die Exekutive versucht, per Dekret zu regieren, und die Staaten aus der Notwendigkeit heraus gesetzgeberisch tätig werden, hat der Gesetzgebungszweig Schwierigkeiten, einen parteiübergreifenden KI-Rahmen zu verabschieden.
Der Druck auf die Führung des Senats und des Repräsentantenhauses steigt nun. Das Chaos resultiert aus dem "regulatorischen Vakuum", das von den föderalen Gesetzgebern hinterlassen wurde. Damit die Präemptionsklauseln des Exekutiverlasses vor Gericht Bestand haben, sollten sie idealerweise durch eine Kongressgesetzgebung gestützt werden, die ausdrücklich die Absicht erklärt, staatliche Gesetze außer Kraft zu setzen.
Für Entwickler und Führungskräfte in Unternehmen, die Creati.ai lesen, lautet die unmittelbare Schlussfolgerung Compliance-Agilität. Der "Krieg gegen Regulierung" bedeutet, dass die Spielregeln derzeit fluid sind.
Der Kampf um die Regulierung der künstlichen Intelligenz in Amerika dreht sich nicht mehr nur um Sicherheit versus Innovation; er ist ein verfassungsrechtlicher Test darüber, wer die Macht hat, die Zukunft der Technologie zu gestalten. Während sich 2026 entfaltet, werden die Gerichte wahrscheinlich entscheiden, ob der Weg zur Allgemeinen Künstlichen Intelligenz (AGI) durch Washington D.C. oder Sacramento führt.